Müdigkeit: Was du gegen das häufige Symptom der Wechseljahre tun kannst

Du schläfst abends schlecht ein, wachst in der Nacht häufig auf, kannst nicht mehr weiterschlafen und kommst deshalb morgens kaum aus dem Bett: Müdigkeit ist nicht nur nervig, sondern kann in den Wechseljahren zur psychischen und körperlichen Belastung werden oder sogar im Fatigue-Syndrom münden. 

Vielen anderen Betroffenen geht es genau wie dir! Zu ständiger Müdigkeit und Erschöpfung können dabei jedoch ganz unterschiedliche Gründe führen. Die individuellen Ursachen zu kennen, ist wichtig, um die optimale Behandlungsmethode zu finden. Wir geben im folgenden Artikel einen Überblick über die Gründe für Müdigkeit in den Wechseljahren, ordnen damit einhergehende Symptome ein und geben dir Anhaltspunkte darüber, was dir helfen könnte.

Ursachen und Gründe: Warum ist man in den Wechseljahren so müde?

Eine verstärkte Müdigkeit in den Wechseljahren kann verschiedene Ursachen haben. Dazu gehören die folgenden Hauptauslöser:

Veränderungen im Hormonhaushalt

Man könnte meinen, dass du durch die erhöhte Müdigkeit in den Wechseljahren besser und tiefer schläfst. Leider ist das aber ganz und gar nicht so – im Gegenteil haben die hormonellen Umstellungen während der Wechseljahre – vor allem das abfallende Progesteron- einen negativen Einfluss auf deine Schlafqualität. Das wiederum kann dich anfälliger für Ein- und Durchschlafstörungen machen, die ihrerseits aufs Neue Müdigkeit verursachen können.

Hitzewallungen und nächtliches Schwitzen

Treten Hitzewallungen in den Wechseljahren nachts auf, lassen dich diese schlechter durchschlafen. Sie reißen dich immer wieder aus dem Schlaf und das nächtliche Schwitzen macht ein schnelles Weiterschlafen schwer möglich.

Körperlicher Umbruch

Die Wechseljahre sind wahrlich keine leichte Zeit. Körperliche Veränderungen – unter anderem durch die hormonellen Umstellungen beeinflusst  – wie Gelenk-, Kopf- oder Rückenschmerzen lassen dich am Abend schlechter in den Schlaf finden.

Stress und allgemeiner Lebensstil

Du stehst mitten im Berufsleben, willst höher, schneller, weiter und musst dich gleichzeitig mit privaten Problemen herumschlagen und zum Beispiel Angehörige pflegen? Das kann zu großem Stress führen. Stress kann in den Wechseljahren eine unangenehme Dynamik entwickeln und dich andauernd erschöpft fühlen lassen. Ebenso begünstigend – oder sollte man sagen beungünstigend – kann hinsichtlich deiner Müdigkeit ein ungesunder Lebensstil mit wenig Bewegung oder schlechter Ernährung sein.

Weitere Erkrankungen

Während der Wechseljahre können Erkrankungen, die Müdigkeit ebenfalls auslösen, plötzlich neu auftreten oder sich verschlimmern. So ist beispielsweise bekannt, dass eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) neben weiteren Beschwerden sehr oft zu Erschöpfung führen kann. Die Hypothyreose kann man durch die Gabe von Medikamenten gut in den Griff bekommen. Aber auch andere Erkrankungen wie Diabetes, Schlafapnoe oder sogar Krebs können Müdigkeit als Begleiterscheinung haben. 

 

Du siehst, die Ursachen für Müdigkeit können vielfältig sein und bekräftigen sich teils gegenseitig. Umso wichtiger ist es, gemeinsam mit deinem Arzt / deiner Ärztin die richtige Ursache für deine Müdigkeit zu finden, beziehungsweise bestimmte oben genannte Erkrankungen auszuschließen, um die richtige Behandlung für dich zu finden. 

Müde und erschöpft in den Wechseljahren: Diese Symptome können auftreten

Müdigkeit ist nicht gleich Müdigkeit und Erschöpfung nicht gleich Erschöpfung. Denn die Symptome können – wie natürlich auch die Ursachen dafür – bei jeder Person in den Wechseljahren anders ausfallen. Diese Symptome können bei einem müden Körper unter anderem auftreten:

Schlafstörungen

Klar! Wenn der Schlaf gestört ist, bist du am Folgetag müde. Unter dem Begriff Schlafstörungen werden beispielsweise Probleme beim Einschlafen oder mehrmaliges nächtliches Aufwachen zusammengefasst. Gerade diese Symptome können durch die hormonelle Schwankungen – und auch durch schlafbeeinträchtigende Hitzewallungen – negativ beeinflusst werden. 

Energielosigkeit

Fehlt dir die Energie und du kannst dich kaum für den Alltag motivieren? Durch Müdigkeit können sich selbst die einfachsten Aufgaben anstrengend und fast unlösbar anfühlen. 

 

Erhöhtes Schlafbedürfnis

Dein Körper zeigt durch Müdigkeit, dass dein Schlafbedürfnis nicht ausreichend gestillt wurde. Es handelt sich also um einen völlig normalen biologischen und physiologischen Regulationsprozess. Bemerkst du bei dir ein abnormal starkes Schlafbedürfnis, kann das möglicherweise auf die Wechseljahre zurückgeführt werden.

Konzentrationsschwierigkeiten

Befindest du dich am Tag in einem Dauerzustand latenter Müdigkeit, kann das zu einer vorübergehenden oder andauernden Konzentrationsschwäche führen. Auch dein Gedächtnis kann darunter leiden, sodass du womöglich zu Vergesslichkeit neigst.

Reizbarkeit und depressive Verstimmung

Klassische Morgenmuffel sollte man am frühen Tag besser nicht ansprechen. Das ist bekannt. Wird die Reizbarkeit aber auch lang nach dem Aufwachen nicht besser oder manifestiert sich sogar in einer depressiven Verstimmung, kann das an chronischer Erschöpfung liegen. 

Nicht alle Anzeichen müssen bei dir zutreffen oder gleich stark oder schwach ausgeprägt sein. Es kann außerdem durchaus sein, dass sich deine Müdigkeit in den Wechseljahren zusätzlich auf andere Weise bei dir äußert. 

Andauernde Müdigkeit als ernstzunehmendes Problem?

Zunächst sind Müdigkeit und Erschöpfung in den Wechseljahren ein häufig auftretendes Phänomen, welches wie oben genannt durch verschiedene Ursachen beeinflusst werden kann. Dennoch: Sobald die Müdigkeit dein Leben negativ beeinflusst und deine Lebensqualität senkt, ist sie definitiv ein ernstzunehmendes Problem. Dazu kommt, dass sie nicht zwangsläufig durch die Wechseljahre ausgelöst werden müssen. Es können auch schwerwiegende Erkrankungen dahinterstecken. 

Du solltest eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen, sobald deine Erschöpfung über einen längeren Zeitraum anhält oder sie sich auf dein allgemeines Wohlbefinden auswirkt. Die Medizinerin oder der Mediziner kann eine genaue Diagnose stellen und dir damit eine für dich passende Behandlungsmethode empfehlen.

Was hilft gegen Müdigkeit in den Wechseljahren?

Welche Behandlungsmethode gegen deine Symptome am besten hilft, ist individuell und komplex und kommt ganz auf die Ursache deiner Müdigkeit an. Wird vermutet, dass deine Müdigkeit direkt mit deinen Wechseljahren und den hormonellen Schwankungen in Zusammenhang steht, kann eine Hormonersatztherapie (HET) in Erwägung gezogen werden. Dabei nimmst du synthetisch hergestellte Hormone (Progesteron und Östrogen) ein, die den Hormonspiegel künstlich ausgleichen und negative körperliche Auswirkungen lindern können. Falls du jedoch an einer Schilddrüsenunterfunktion leidest, benötigst du keine HET, sondern ein anderes Medikament, das diese Unterfunktion ausgleichen kann. 

Kämpfst du mit psychischen Problemen oder bist emotional gestresst? Eine Gesprächstherapie oder kognitive Verhaltenstherapie können in den Wechseljahren zu einem besseren Verständnis für die eigene Psyche führen. Mit neu erlernten Verhaltensweisen kannst du deine Schlafqualität im besten Fall verbessern.

Eine Schlafberatung kann hilfreich sein, um dich bei der Einführung regelmäßiger Schlafgewohnheiten bzw. -routinen zu unterstützen. Im Zuge dessen kannst du zum Beispiel außerdem eine neue Matratze oder ein neues Kissen testen, um herauszufinden, ob das deine Schlafqualität verbessert. Manchmal kann die Lösung nämlich auch ganz einfach sein.